Klinischer Nutzen-Impact-Check
Zweck
Der Klinische Nutzen-Impact-Check strukturiert die explizite Begründung digitaler Entscheidungen aus der Perspektive der klinischen Wirksamkeit.
Er verhindert technikgetriebene Investitionen und schafft eine überprüfbare Verbindung zwischen System und Versorgungsziel.
Leitfrage
Welchen konkreten Beitrag leistet dieses System zur Verbesserung der klinischen Versorgung?
Strukturelle Wirkung
Der Impact-Check:
- zwingt zur klaren Formulierung des klinischen Zwecks
- trennt Effizienzargumente von Versorgungswirkung
- schafft Transparenz vor Investitionsentscheidungen
- ermöglicht spätere Wirkungsevaluation
Er operationalisiert P1 – Klinische Wirksamkeit.
Ohne dieses Artefakt bleibt „Nutzen“ häufig implizit oder rhetorisch.
Wann wird es angewendet?
- Vor Beschaffungsentscheidungen
- Vor Projektfreigaben
- Bei größeren Releases
- Bei strategischen Technologieentscheidungen
- Bei Re-Evaluation bestehender Systeme
Der Impact-Check ist kein Projektformular, sondern ein Governance-Instrument.
Typische Fehlanwendungen
- Nutzung als formale Genehmigungsroutine ohne echte Diskussion
- Gleichsetzung von Effizienzsteigerung mit Versorgungswirkung
- Verzicht auf spätere Wirkungsevaluation
- Delegation der Nutzenbegründung ausschließlich an Hersteller
Der Impact-Check ersetzt keine klinische Expertise –
er strukturiert sie.
Bezug zu Prinzipien und Domänen
Primärer Bezug:
- P1 – Klinische Wirksamkeit
- D1 – Klinische Ausrichtung & Nutzensteuerung
Sekundärer Bezug:
- D4 – Risiko & Patientensicherheit
- D6 – Innovationsfähigkeit